Klimawandel

Inhalt

  1. Was finden Sie hier?
  2. Im Schwitzkasten
  3. Klimaschutz und nukleare Abrüstung
  4. Heiße Sommer - bald die Norm
  5. Mehr Pflanzenwachstum...
  6. Treibhausgase
  7. Am Ende der fünften Eiszeit
  8. CO2-Reduktion macht auch ökonomisch Sinn
  9. Auto-Klimaanlagen
  10. Es wird wärmer
  11. Warnung vor abrupten Klimaveränderungen
  12. Selbstreinigungskraft
  13. Die Meere werden wärmer
  14. Meeresströme sind empfindlich gestört.
  15. Neues Treibhausgas entdeckt
  16. 436 Atomkraftwerke in der Welt


 

1. Was finden Sie hier?

Dass es einen permanenten Klimawandel gibt, merken wir alle. Woher kommt er, was verursacht ihn, was passsiert eigentlich?
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Letzte Aktualisierung: 12:35 13.11.2005, Sonntag


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2. Im Schwitzkasten

Dass 2005 ein ungewöhnlich heftiges Hurrikan-Jahr werden würde, war US-Experten im Juli klar geworden. Die Prognose vom Mai (sieben bis 9 Hurrikane) stockten sie auf das Doppelte auf.
  'Sturm-Papst' Kerry Emanuel vom MIT veröffentlichte in 'Nature', dass nicht die Häufigkeit, wohl aber die Lebensdauer und Zerstörungskraft tropischer Wirbelstürme in den letzten 30 Jahren drastisch zugenommen hat: die den Hurrikanen innewohnende Energie habe proportional der Oberflächentemperatur der Meere zugenommen.
  Die durchschnittliche Erhöhung der Meereswasser-Oberfläche beträgt derzeit 0,5K, eine weitere Aufheizung ist in kommenden Jahren kaum zu verhindern. Emanuel: 'Im Nordatlantik und im Nordpazifik ist die Energie der Hurrikane seit 1949 um 60% gestiegen'. )Vergleichen Sie 'Die Meere werden wärmer': 0,06K!)
  In Deutschland treten kurzzeitige, extrem hohe Niederschläge und besonders warme Tage speziell im Winter viel häufiger auf als vor 100 Jahren. Das Temperaturmittel stieg seitdem um 0,8K an, die Wahrscheinlichkeit für extreme Hitzewellen erhöhte sich um mehr als das 20fache.

(nach einem Artikel von Karl-Heiz Karisch aus der FR am 13.9.2005)
http://www.ozean-klima.de/
http://www.realclimate.org/


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3. Klimaschutz und nukleare Abrüstung

Das für 12. bis 14. September 2005 im Hauptquartier der Weltorganisation anberaumte Treffen von 178 Staats- oder Regierungschefs droht ein Fiasko zu werden. UN-Generalsekretär Kofi Annan hat seinen Urlaub abgebrochen, um in einer aus 32 Staaten zusammengesetzten Arbeitsgruppe vermittelnd einzugreifen.
  Zuvor hatte der neue US-Botschafter John Bolton von den übrigen UN-Mitgliedern in sechs Briefen mehr als 500 Änderungen des bereits weitgehend fertiggestellten Entwurfs verlangt. Die USA fordern unter anderem die Streichung von Textstellen, die den 'Respekt der Natur' zu einem Prinzip erheben wollen und den Klimawandel als eine 'ernste Herausforderung' bezeichnen. Dass die US-Diplomaten die Tilgung aller Hinweise auf das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz und auf den Weltstrafgerichtshof fordern, ist seit dem Amtsantritt von Präsident George W. Bush bei internationalen Konferenzen Routine.

(Pierre Simonitsch in der FR am 2.9.2005)


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4. Heiße Sommer - bald die Norm

Klimastudle der ETH Zürich

Durch die Klimaerwärmung könnten nach einer Studie aus Zürich künftig in Europa Rekordsommer wie 2003 zur Regel werden. Gleichzeitig mit dem allgemeinen Temperaturanstieg dürften auch die Schwankungen der sommerlichen Mittelwerte zunehmen, so dass gegen Ende des Jahrhunderts extrem heiße Sommer wahrscheinlicher werden, wie das Zürcher Forscherteam in der Online-Ausgabe des britischen Fachjournals Nature berichtete.
So dürfte die Hitze vom Jahr 2071 an ganz gewöhnlich werden: 'Unsere Modellrechnungen zeigen, dass dann ungefähr jeder zweite Sommer in Europa gleich warm oder wärmer ausfallen dürfte als jener des Jahres 2003', sagte Teamleiter Christoph Schär vom Institut für Atmosphäre und Klima der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.

Somit sei der vergangene Sommer mit Temperaturen von fünf Grad über dem langjährigen Mittel nur ein Vorgeschmack darauf, was in Zukunft zu erwarten sei. Von Zeit zu Zeit werde es aber weiterhin kühle, verregnete Sommer geben.
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Quelle: dpa, Frankfurter Rundschau 13.1.2004
http://prudence.dmi.dk


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5. Mehr Pflanzenwachstum...

auf der nördlichen Halbkugel.
  Forscher vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung sowie aus Schweden und Frankreich teilten unter Verweis auf Satellitendaten der vergangenen 20 Jahre mit, dass dies durch die steigenden Temperaturen und nicht durch höhere CO2-Konzentrationen oder die Zunahme von Regen und Schneefällen erzeugt wurde.
  Die in Science veröffentlichten Ergebnisse zeigen zudem, dass der Frühling auf der nördlichen Erdhalbkugel inzwischen etwa eine Woche früher einsetzt als 1980.

Quelle: KNA, Frankfurter Rundschau 18.06.2002


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6. Treibhausgase

Stärkere Klimaerwärmung als angenommen möglich

Das Weltklima erwärmt sich möglicherweise stärker als bisher angenommen. Bis 2100 werden die Temperaturen nach neuen Berechnungen Schweizer Forscher mit großer Wahrscheinlichkeit mehr steigen, als vom UN-Klimarat IPCC vorhergesagt, schlimmstenfalls sogar um mehr als 5,8 Grad Celsius, sagte Professor Thomas Stocker von der Universität Bern. Dieser Wert ist die bisher ungünstigste IPCC-Prognose, die von einem steigenden Verbrauch fossiler Brennstoffe ausgeht.

In ihrer in Nature (Bd. 416, S. 719) veröffentlichten Studie gehen Stocker und sein Kollege Reto Knutti zudem davon aus, dass es bis 2030 auf der Erde 0,5 bis 1,1 Grad Celsius wärmer werden wird. Und zwar unabhängig davon, wie viel CO2, Methan oder Lachgas bis dahin noch freigesetzt werden. "Die Menge spielt keine Rolle, weil das Erdsystem sehr langsam auf Emissionen reagiert", sagte Knutti. Der Klimaschutz könne so erst in einigen Jahrzehnten einen Umschwung bewirken.

Unterstützt werden Knuttis Ergebnisse von Arbeiten einer britischen Forschergruppe, die in einer ebenfalls in Nature (S. 723) veröffentlichten eigenen Studie zu ähnlichen Resultaten kommt.

Quelle: dpa, Frankfurter Rundschau, Erscheinungsdatum 23.04.2002


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7. Am Ende der fünften Eiszeit

Geologe: Klimawandel nicht vom Menschen verursacht
Von Detlef Rudel (Berlin/ap)

Ausgerechnet ein Geologe widerspricht ausgerechnet in einer Zeitschrift der Energiewirtschaft der These, dass der Mensch für den aktuellen Klimawandel verantwortlich sei. Die Antithese: Wir leben am Ende einer fünften Eiszeit, und das "Treibhausklima" ist erdgeschichtlich der Normalfall.

Die drohende "Klimakatastrophe" ist in aller Munde. Um sie zu vermeiden, investieren die Industriestaaten Milliardensummen in die  Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen, die für die Klimaänderung verantwortlich gemacht werden. Deutschland stöhnt unter der Ökosteuer, die teilweise mit demselben Zweck begründet wird. Sollte der Geologie-Professor Peter Neumann-Mahlkau Recht haben, wären die Milliarden sinn- und zwecklos verschleudert. Seine These: "Der Mensch ist für den Klimawandel weder verantwortlich noch kann er ihn beeinflussen."

In der Fachzeitschrift 'Energiewirtschaftliche Tagesfragen' (Heft 1/2 2002) begründet der ehemalige Präsident des Geologischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen ausführlich, warum seiner Überzeugung nach nicht sein kann, was Klimaexperten behaupten und alle Welt glaubt. Neumann-Mahlkau weist zunächst einmal darauf hin, dass die Geschichte der genauen Wetterbeobachtung und -aufzeichnung erst 150 Jahre alt ist. Dem Geologen hingegen stünden für die Beschreibung der Klimageschichte der Erde Daten aus mehr als drei Milliarden Jahren zur Verfügung.

In diesen drei Milliarden Jahren Erdgeschichte hat laut Neumann-Mahlkau größtenteils "Treibhausklima" geherrscht und nur während fünf "kurzer" Eiszeiten Kühlhausklima: vor 2,4 Milliarden, 700 Millionen, 400 Millionen und 250 Millionen Jahren. Derzeit, so der Wissenschaftler, befinden wir uns "am Ende einer fünften Eiszeit". Der Mensch als Homo sapiens in seiner jetzigen Entwicklungsstufe existiere überhaupt erst seit der letzten Eiszeit und kenne nur die erdgeschichtlich extreme Situation des Kühlhausklimas. Dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre für die globale Durchschnittstemperatur verantwortlich ist, bestreitet Neumann-Mahlkau entschieden. Er verweist unter anderem darauf, dass die Atmosphäre vor 1000 Millionen Jahren einen CO2-Gehalt von 12% gegenüber den heutigen 0,03% hatte. Selbst zur Eiszeit vor 225 Millionen Jahren sei der CO2-Gehalt mit 1,5% 50-mal so hoch gewesen wie heute. Es sei schwer erklärbar, wie angesichts dieser Fakten  Kohlendioxid für ein Treibhausklima verantwortlich sein könne.

Neumann-Mahlkau verweist zudem auf kurzfristige Klimaschwankungen, so genannte Klima-Episoden, die ebenfalls mit dem CO2-Gehalt nicht erklärbar sind. So habe es um das Jahr 1000 ein Klima-Optimum gegeben, das beispielsweise in Pommern, Ostpreußen und Dänemark den Anbau von Wein ermöglicht habe. Zur gleichen Zeit besiedelten die Wikinger die eisfreien Flächen Grönlands, und in Labrador habe nachweislich Ackerbau betrieben werden können.

Vom 14. Jahrhundert bis etwa 1890 hingegen habe es eine "kleine Eiszeit" gegeben, in der die Gletscher vorgestoßen seien, das Leben in Holland sich auf zugefrorenen Grachten abgespielt habe und die Menschen über die gefrorene Ostsee nach Schweden spaziert seien.

Das Fazit des Wissenschaftlers: "Klimaschwankungen sind in den drei Milliarden Jahren Klimageschichte die Regel, ohne Zutun beziehungsweise ohne Anwesenheit des Menschen auf der Erde . . .  Auf keinen Fall bestand oder besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und der globalen Durchschnittstemperatur." Dennoch warnt Neumann-Mahlkau vor einem zu großzügigen Verbrauch der fossilen Energierohstoffe - dies aber nicht, weil bei deren Verbrennung unverhinderbar CO2 frei wird, sondern weil diese in Millionen von Jahren entstandenen Rohstoffe endlich und zu kostbar sind, um einfach nur verfeuert zu werden.

Quelle: ap, Frankfurter Rundschau Erscheinungsdatum 7.3.02


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8. CO2-Reduktion macht auch ökonomisch Sinn

Die Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen, wie sie das Kyoto-Protokoll verlangt, belastet die Wirtschaft nach Aussagen italienischer Forscher langfristig nicht und ist sogar auch ökonomisch von Vorteil. Das gelte selbst für die von Umweltschützern als noch zu gering eingeschätzten Treibhausgas-Reduzierungen, die 1997 auf dem Weltklimagipfel in Kyoto beschlossen wurden, berichten Marino Gatta und seine Kollegen vom Nationalen Forschungsrat an der Politecnica in Mailand in Nature (Bd. 413, S. 478).

Die Forscher hatten die Kosten für verschiedene Formen der Energiegewinnung in Italien im Jahr 2010 berechnet. Daraus ergibt sich, dass alleine die direkt messbaren, über die Preise nicht abgedeckten "externen Kosten" von Treibhausgasen durch ihre Einflüsse auf die Gesundheit von Menschen, die Zerstörung von Gütern und Schäden der Landwirtschaft bei Einhaltung des Kyoto-Protokolls deutlich sinken würden. Sie würden die Kosten der Umstellung auf eine umweltfreundlichere Energieerzeugung mehr als kompensieren, schreiben die Wissenschaftler.
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Quelle: dpa, Frankfurter Rundschau, Erscheinungsdatum 16.10.2001


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9. Auto-Klimaanlagen

Kältemittel aus Pkw-Klimaanlagen belastet die Umwelt
Von Andreas Grote

Immer mehr Autos sind mit einer Klimaanlage ausgestattet. Bei Erstzulassungen deutscher Marken beträgt die Ausrüstungsquote mittlerweile 87%. "Eine Klimaanlage erhöht sicher den Fahrkomfort", weiß Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) in Berlin, "aber sie führt auch zu deutlich höherem Kraftstoffverbrauch. Außerdem entweichen bei jeder Klimaanlage Kältemittel, die das Klima schädigen."

So verursachten, laut einer jetzt vom UBA vorgestellten Studie, Pkw-Klimaanlagen im Jahr 2000 einen Ausstoß von Treibhausgasen, der rund 1,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) entspricht. Selbst bei vorschriftsmäßiger Wartung entweichen im Jahr rund acht Prozent des Kältemittels in die Atmosphäre.

Seit dem Verbot des Kältemittels Dichlordifluormethan (R 12), das die Ozonschicht schädigt, wird in mobilen Klimaanlagen durchgängig  Tetrafluorethan (R 134a) verwendet. Der teilfluorierte Kohlenwasserstoff verweilt zwar weniger lang in der Atmosphäere als das Treibhausgas CO2, hat dafür aber eine 1200 Mal so hohe treibhausfördernde Wirkung.

Auch R 134a gilt daher nur als Zwischenlösung. Als bestes alernatives Kältemittel gilt ausgerechnet CO2: das bei Verbrennungen entstehende Gas ist quasi als "Abfall" unbegrenzt vorhanden und besitzt gegenüber R 134a eine höhere Kälteleistung, so dass bei gleicher (und schnellerer) Kühlleistung weniger Treibstoff für die Klimaanlage verbraucht wird.

Noch sind keine mit CO2 betriebenen Klimaanlagen auf dem Markt erhältlich, weil sie teurer als herkömmliche Anlagen sind. Aber die Automobilindustrie arbeitet an entsprechenden Systemen. "Falls gesetzlich gefordert, wären die Anlagen sofort serienreif", so ein Sprecher des weltweit führenden Herstellers von Pkw-Klimaanlagen Behr. Das ist auch dem UBA bekannt.

"Es ist dringender Handlungsbedarf vorhanden, und wir machen Druck", verspricht Axel Friedrich, Leiter der Abteilung Umwelt und Verkehr im UBA. Auch die EU-Kommission will den Umstieg auf umweltfreundlichere Kältemittel per Gesetz vorantreiben. Nach einer Markteinführung könnte dann zumindest der Anteil der Emissionen vermieden werden, der durch das Kältemittel bedingt ist.

Das verringert allerdings nicht die Emissionen, die durch den höheren Spritverbrauch beim Betrieb der Klimaanlage entstehen. Der liegt nach einem Test des ADAC im Stadtverkehr immerhin zwischen 3 und 6 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometer. Auf der Autobahn schluckt der Frischmacher immer noch zwischen 0,7 und 1,6 Liter zusätzlich. Um diesen unerwünschten Mehrverbrauch in Grenzen zu halten, empfiehlt der ADAC, die Anlage ganz abzustellen, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, und nicht etwa bei halber Leistung im Hintergrund laufen zu lassen.
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Quelle: Frankfurter Rundschau, Erscheinungsdatum 20.02.2002
siehe auch bei:
Wuppertal-Institut:
Treibhausgase aus Autoklimaanlagen reduzieren / EU soll umwelttechnologische Vorreiterrolle ergreifen, Gemeinsame Pressemitteilung des BUND und des Wuppertal Instituts


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10. Es wird wärmer

Jedes Jahrzehnt wird es 0,3K wärmer

Eine Studie hat Prognosen von UN-Forschern zum Klimawandel vertieft. Ihr zufolge wird sich die Atmosphäre, falls es keine durchgreifenden globalen Reformen gibt, von 1990 bis zum Ende des Jahrhunderts um 1,7 bis 4,9K aufwärmen. Das entspreche einem Anstieg von durchschnittlich 0,3K pro Jahrzehnt, heißt es in der aktuellen Ausgabe des  Wissenschaftsmagazins Science (Band 293, Seite 451).
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Weiter hieß es, dass die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre seit 1750 ein Niveau erreicht habe, das es davor in 42000 Jahren und möglicherweise sogar in 20 Millionen Jahren nicht gegeben habe.

Quelle: dpa, Frankfurter Rundschau, Erscheinungsdatum 24.07.2001


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11. Warnung vor abrupten Klimaveränderungen

Durch abrupte Klimaveränderungen könnte die Erde schon bald an einen kritischen Punkt gelangen, an dem sich ihre Funktionsweise schnell und grundlegend ändert. Darauf hat eine internationale Expertengruppe auf einem Kongress in Amsterdam hingewiesen. In den vergangenen zehntausend Jahren seien Atmosphäre und Klima ungewöhnlich stabil geblieben. Als Folge menschlicher Einwirkungen und einer natürlichen Variabilität könne sich dies aber jederzeit wieder ändern.

Diese einzelnen Veränderungen überall auf der Welt beeinflussten sich gegenseitig und summierten sich. Zudem sei die Erde kein lineares System, das auf eine kleine Beeinflussung stets mit einer kleinen Veränderung antworte. Beispielsweise könne man nicht erwarten, dass die Erde sich auch zukünftig nur allmählich erwärme.

Einen Vorgeschmack solch abrupter Veränderungen habe man bereits bekommen, meinten die Wissenschaftler. In einigen Regionen der Erde seien die Durchschnittstemperaturen innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu zehn Grad angestiegen. Das Auftauen von Permafrostböden auf der gesamten Nordhalbkugel sei ein weiteres Zeichen solch abrupter Systemveränderungen.

Quelle:
International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP), 12.7.01
Forschung: Will Steffen, IGBP; Tom Pedersen, Department of Earth and Ocean Sciences, University of British Columbia, Vancouver, Kanada; Paul Crutzen, Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz; Global Change Conference "Challenges of a changing Earth", RAI Kongresszentrum, Amsterdam
 


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12. Selbstreinigungskraft

Der Selbstreinigungskraft der Erdatmosphäre vermindert sich. Das berichten Forscher aus den USA, Großbritannien und Australien im Magazin 'Science'. Ihren Untersuchungen zufolge hat das Vermögen der unteren Atmosphäre, verschiedene Schadstoffe abzubauen, in den vergangenen zehn Jahren erheblich nachgelassen.

Hilfreich beim Atmosphärenschutz sind die so genannten Hydroxyl-Radikale. Sie können unter anderem Kohlenmonoxid-, Schwefeldioxid- und Stickstoffdioxid-Moleküle zerstören. Die Radikale helfen auch, die vor UV-Strahlen schützende Ozonschicht aufzubauen und haben auch einen Einfluss auf das Klima.

Hydroxyl-Radikale werden seit 1978 indirekt gemessen. In den ersten zehn Jahren konnte eine jährliche Zunahme von 15 bis 22% verzeichnet werden. Seit 1989 ist der Trend aber stark rückläufig, berichten die Forscher. Inzwischen liege der Wert der Schadstoffschlucker sogar unter dem Ausgangspunkt von 1978. Die Konzentration ist im industrialisierten Norden niedriger als im weniger entwickelten Süden der Erde. Dies belegt nach Meinung der Forscher den Einfluss der Menschen auf die Hydroxyl-Radikalen.

Quelle: dpa, 4.5.2001


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13. Die Meere werden wärmer

Meere und Ozeane sind in den vergangenen 50 Jahren weltweit wärmer geworden. Dies haben zwei amerikanische Studien unabhängig voneinander ergeben. Die beiden Forschergruppen stellen ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Magazins "Science" vor. Sie sind sich sicher, dass die Klimaveränderungen auf menschliche Einflüsse zurückgehen.

Nach Aussage der Forscher stieg die Temperatur der Weltmeere in den vergangenen 50 Jahren um 0,06K. Dies sei ein vergleichsweise deutlicher Anstieg, betonen die Wissenschaftler. Für die Statistik wurden mehrere Millionen Temperatur-Messungen der letzten 50 Jahre herangezogen.

Ergänzt wurden die Daten durch Computersimulationen. In ihnen haben die Forscher nach eigener Aussage die Rolle verschiedener Klimagase nachweisen können. Simulationen und Messdaten hätten übereingestimmt. Deshalb könne man jetzt mit über 95 prozentiger Sicherheit sagen, dass der Mensch den Temperaturanstieg ausgelöst habe.

Quelle: dpa / Science, 13.4.01
Forschung: Sydney Levitus, National Oceanic Data Center, Silver Spring / Tim Barnett, Scribbs Institution of Oceanography, University of San Diego, in Science, Vol. 292, No. 5515, pp 267-270 / 270-274


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14. Meeresströme sind empfindlich gestört.

Vom Nordatlantik aus fließt immer weniger kaltes Wasser in Richtung Süden - verglichen mit 1950 fehlt heute bereits ein Fünftel. Wissenschafter fürchten, das könnte ein Anhaltspunkt für eine drastische Klimaverändernng in Nordeuropa sein. Eine Arbeitsgruppe von Meeresforschern von den Faröerinseln und aus Norwegen unter der Leitung von Bogi Hansen hat ihre Untersuchung im britischen Wissenschaftsmagazin Nature (Bd. 411, Nr. 6840, S.927) veröffentlicht.

Südlich des abechmelzenden arktischen Polareises bei Spitzbergen versinken gewaltige Mengen kalten und salzreichen Wassers in der Tiefe des Nordatlantiks. Zwischen Grönland und Island sowie zwischen Island und Schottland strömt es nach Süden und verteilt sich in alle Weltmeere. Der 'Faröer Bank Kanal' ist mit einer Tiefe von bis zu 840 Meter der größte Auslass aus dem Nordatlantik. Dort fließt jede Sekunde 1,9 Millionen Kubikmeter Wasser, kälter als drei Grad Celsius, gen Süden - je nach Position im Kanal bis zu einem Meter pro Sekunde schnell. Zum Ausgleich transportieren Ausläufer des nach Norden gerichteten Nördatlantikstroms und des Golfstroms warmes Wasser ins Eismeer.

Der Prozess ist nun empfindlich gestört. Die Wissenschaftler bezeichnen den Vorgang als 'abgeschwächte globale Zirkulation' und sagen, ihre Beobachtungen stimmten mit den Vorhersagen überein, 'die im Zusammenhang mit den globalen gekoppelten Atmosphare-Ozean-Modellen als Konsequenz der zunehmenden Treibhausgase' stehen.

Quelle: fwt, Frankfurter Rundschau


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15. Neues Treibhausgas entdeckt

Viel stärkere Wirkung als CO2.
Ein internationales Forscherteam hat ein Treibhausgas entdeckt, das stärker als alle bislang bekannten wirken soll. ... In der Atmosphäre könne das Gas wahrscheinlich bis zu tausend Jahre überdauern. Das Forscherteam (...) präsentiert seine Studie im US-Fachjournal Seience (Bd. 289,5. 611).

Das fluor- und schwefelhaltige Gas mit der chemischen Formel SF5CF3 (Trifluormethyl-Schwefelpentafluorid) gibt es nach Messungen der Forscher erst seit 40 Jahren in der Atmosphäre. Sie hatten Luft aus den Schneeschichten der Antarktis untersucht und so das Alter bestimmt.

Auf Grund seiner Lebensdauer und hohen Aufnahmefähigkeit für Infrarotstrahlen wirke das nun entdeckte Gas schätzungsweise 18000 Mal so stark wie die gleiche Menge Kohlendioxid, sagte Brennikmeijer. Er betonte jedoch, dass die Konzentration von SF5CF3 in der Atmosphäre wesentlich geringer sei.

Seine Konzentration steige jährlich um 6%. Das Gas sei wahrscheinlich ein Umwandlungsprodukt des Schwefelhexafluorids (SF6), das in Hochspannungs-Techniken verwendet werde und dessen Konzentration ebenso rasch ansteige. Die Produktion von Schwefelhexafluorid soll nach dem 1997 verabschiedeten internationalen Klimaschutz-Protokoll von Kyoto eingeschränkt werden. Es gibt laut Brennikmeijer jedoch auch Hinweise, dass das Militär SF5CF3 in Hochenergie-Radaranlagen benutzt. Zudem könne es ein Nebenprodukt bei elektrolytischen Verfahren zur Herstellung von Beschichtungen sein.

Quelle: dpa, Frankfurter Rundschau, Erscheinungsdatum 1.10.2000


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16. 436 Atomkraftwerke in der Welt

Ende 1999 gab es weltweit 436 Kernkraftwerke mit einer Kapazitat von etwa 352000 Megawatt. Im vorigen Jahr produzierten sie zusammen 2394 Mrd. kWh Strom. Das ist etwa das Fünffache der Gesamtstromerzeugung in Deutschland. Dis geht aus einer Erhebung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAE0) der Vereinten Nationen hervor.

Vier Anlagen in Frankreich, Indien, Korea und der Slowakei gingen 1999 neu ans Netz, sieben Neubauten in China, Taiwan (2), Japan (2) und Korea (2) wurden in Angriff genommen. Insgesamt sind damit 38 Anlagen im Bau.

Die größten Mengen an Atomstrom wurden erzeugt in den USA (719 Mrd. kWh), Frankreich (375), Japan (307), Deutschland (160) und Russland (111). In Frankreich hatte Atomstrom mit 75% den größten Anteil an der nationalen Produktion.

In der Rangfolge der Kernkraftwerke mit der höchsten Bruttostromerzeugung belegten nach einer Mitteilung des Deutschen Atomforums 1999 die hiesigen Anlagen Isar 2 (12,3 Mrd. kWh), Grohnde (11,8), Philippsburg 2 (11,7) und Brokdorf (11,7) die Plätze eins bis vier.

Quelle: beu, Seite 6, STROMTHEMEN 5/2000


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